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Gemeinsam für die Herzsicherheit: Zwei Defibrillatoren für die Kernstadt

Von Simone Müller

Es sind Momente, in denen jede Sekunde zählt und schnelle Hilfe über Leben und Tod entscheiden kann. Um für den Ernstfall eines plötzlichen Herzstillstands bestmöglich gerüstet zu sein und die Notfallversorgung in der Kernstadt Romrod entscheidend zu verbessern, wurden zwei neue, öffentlich zugängliche Defibrillatoren offiziell in Betrieb genommen.

Die Anschaffung der lebensrettenden Geräte ist das Ergebnis einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion. Die Romröder Unternehmer Wilhelm Becker und Martin Decher sowie der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Romrod e.V. haben die Kosten für die beiden AEDs samt wetterfesten und beheizten Außenkästen gemeinsam getragen. Die laufende Betreuung und Wartung der Geräte werden von der Stadt Romrod übernommen, um deren ständige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Bürgermeister Hauke Schmehl nahm die Spende im Rahmen eines Pressetermins vor dem Rathaus entgegen und zeigte sich tief beeindruckt vom Engagement der Spender. „Dies ist ein herausragendes Beispiel für gelebtes bürgerschaftliches Engagement und Verantwortung für unsere Stadt“, betonte der Bürgermeister. „Im Namen des Magistrats und aller Bürgerinnen und Bürger von Romrod möchte ich den Herren Wilhelm Becker, Martin Decher und dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Romrod e.V. von Herzen danken. Diese Spende ist ein unschätzbarer Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit unserer Stadt. Sie zeigt, was wir erreichen können, wenn wir an einem Strang ziehen.“

Die Initiative wurde maßgeblich von Steuerberater Martin Decher vorangetrieben. In einer bewegenden Ansprache legte er seine sehr persönlichen Beweggründe dar: „Vor zweieinhalb Jahren habe ich meine langjährige Partnerin Kati völlig unerwartet durch plötzliches Herzversagen verloren. Ein solches Erlebnis führt einem sehr deutlich vor Augen, wie schnell sich das Leben verändern und wie entscheidend im Ernstfall schnelle Hilfe sein kann.“ Dieser Schicksalsschlag sei der Anstoß gewesen, vor Ort aktiv zu werden. „Wenn wir etwas tun können, dann sollten wir es auch tun“, so Decher.

Schnell fand er Mitstreiter in Meistermetzger Wilhelm Becker und dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Romrod e.V. Wilhelm Becker, der als Unternehmer tief in Romrod verwurzelt ist, zögerte nicht, die Initiative zu unterstützen. Für ihn und seine Familie sei es eine Selbstverständlichkeit, Verantwortung für den Ort zu übernehmen. Neben der finanziellen Beteiligung übernahm er auch die fachgerechte Montage der Aufbewahrungskästen an seinen beiden Liegenschaften.

Die Gesamtkosten für die beiden modernen AED-Geräte des Typs „ZOLL AED 3 Vollautomat“ samt wetterfesten, beheizten Außenkästen belaufen sich auf rund 6.600 Euro. Reinhold Weitzel, 1. Vorsitzender des Fördervereins, betonte bei der Übergabe: „Als Feuerwehr wissen wir, wie kritisch die ersten Minuten sind. Daher war es für uns selbstverständlich, dieses Projekt zu unterstützen.“

Die Standorte wurden bewusst strategisch an stark frequentierten Orten gewählt:

  • Ein Gerät wurde am Gebäude Zeller Straße 5-7 (Trafohäuschen) angebracht und ist somit zentral gelegen in der Nähe von Kindertagesstätte, Bürgerhaus und REWE-Markt.
  • Das zweite Gerät befindet sich am Gebäude in der Alsfelder Straße 19 (Friseursalon), in direkter Umgebung von Arztpraxis, Geschäften und Gastronomie.

Die angeschafften Defibrillatoren sind bewusst für die Anwendung durch Laien konzipiert. Der „ZOLL AED 3 Vollautomat“ gibt dem Ersthelfer klare Sprachanweisungen und analysiert den Herzrhythmus selbstständig. Im Bedarfsfall löst das Gerät den lebensrettenden Elektroschock vollautomatisch aus, ohne dass der Helfer eine Taste drücken muss. Ein integrierter Kindermodus, der per Knopfdruck aktiviert wird, macht spezielle Kinderelektroden überflüssig. Um die Bevölkerung im Umgang mit den Geräten zu schulen, wird das DRK Romrod in Kürze kostenfreie Einweisungen anbieten.

Mit der Installation dieser beiden Geräte ist das Ziel einer flächendeckenden Versorgung jedoch noch nicht erreicht. Wie Bürgermeister Schmehl betonte, sei dies der wichtige erste Schritt, dem idealerweise die Ausstattung aller Stadtteile folgen soll. Martin Decher schloss seine Rede mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft: „Wir hoffen natürlich, dass die Geräte nie zum Einsatz kommen müssen. Aber wenn sie eines Tages gebraucht werden, kann das vielleicht den entscheidenden Unterschied machen.“

Foto oben: Ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft (v.l.n.r.): Bürgermeister Hauke Schmehl, Wilhelm Becker jun., Volker Schwenzfeier, Reinhold Weitzel, Wilhelm Becker sen., Martin Decher bei der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Defibrillators in der Zeller Straße.

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