Skip to content Skip to main navigation Skip to footer

La CoquilleUnsere Partnergemeinde La Coquille ist eine kleine Gemeinde mit rund 1300 Einwohnern, die im Norden der Dordogne liegt (siehe Google Maps), 50 km nördlich von Périgueux, der Hauptstadt des Départements. La Coquille ist eingebettet in den regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Das Périgord ist in vier Gebiete unterteilt:

  • das schwarze Périgord, so benannt wegen der dunklen Farbe des dort häufig wachsenden Wacholderstrauches;
  • das weiße Périgord, so benannt wegen der weißen Farbe des Kalksteins;
  • das rote Périgord, so bezeichnet wegen der Farbe des Weins und
  • das grüne Périgord, so getauft wegen seiner grünen Vegetation.
La Coquille
Quelle: Wikipedia

La Coquille liegt am Nordrand des grünen Périgord, auf einer Höhe von 350 Metern.

Die Fauna umfasst eine große Vielfalt von Arten, zudem liegt die Region auf einer wichtigen Vogelzugroute. Der landschaftliche Charakter hängt vor allem von der Mischung aus Wald, Weideland und Feldern ab. Den größten Teil nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche ein. Die traditionelle und extensive Nutzung bringt Produkte hervor, die für ihre Qualität berühmt sind (Rindfleisch von Limousin-Kühen, Kalb- und Lammfleisch). Es bleibt aber genug Raum für Weideland und Brachland mit Gräsern und Kräutern. Wasser ist allgegenwärtig. So durchquert ein kleiner Fluss unsere Gemeinde: der Valouze. Die Region hat es geschafft, ihre Echtheit und ihren traditionellen Charakter zu bewahren. Oft hört man noch das “patois”, ein lebendiges Überbleibsel einer provenzalischen Sprache.

La Coquille wird von der Nationalstraße 21, die von Limoges bis nach Spanien führt und von der Eisenbahnlinie Limoges-Périgeux-Bordeaux durchquert. Die Gemeinde hat einen kleinen Bahnhof, wo am Tag mehrere Züge halten.

La Coquille verdankt seinen Namen den Wallfahrten nach Santiago de Compostella. Tatsächlich machten hier im Mittelalter viele Pilger auf dem Weg zum Heiligen Jakob nach Spanien Halt. Man sagt sogar, dass die Pilger hier die Spitzen ihrer Pilgerstäbe mit Muscheln schmückten (“les coquilles Saint-Jacques” = Jakobsmuscheln). Die Muscheln dienten dazu, Wasser aus den Brunnen zu schöpfen.

Zum Original: La Coquille

Zur Völkerverständigung beigetragen

“Mit gemischten Gefühlen sind wir damals angekommen”, erinnert sich Bürgermeister Rudolf Marek an den Juli 1989, als eine kleine Romröder Delegation nach La Coquille gereist war, um die ersten Fäden für eine Partnerschaft zu knüpfen. “Doch wir wurden sehr herzlich empfangen”. Im Oktober 1990 wurde schließlich die Partnerschaft auf französischem Boden gegründet und ein Jahr später in Romrod feierlich besiegelt. “Der liebe Gott muss es mit diesem Landstrich gut gemeint haben”, beschrieb Marek die Gegend rund um La Coquille. “Wer einmal dort war, den zieht es immer wieder nach La Coquille”.

Dezember 2017: Eine Besuchergruppe aus La Coquille verlebt einige schöne Tage in Romrod
Dezember 2017: Eine Besuchergruppe aus La Coquille verlebt einige schöne Tage in Romrod

“Wir sind nicht nur Freunde, wir sind Seelenverwandte”, beschrieb Claude Boyer, von 1989 bis 2008 Bürgermeister in La Coquille, die Partnerschaft. “Freundschaft bedeutet, Freude, Arbeit und auch Schmerz miteinander zu teilen”, sagte einmal Alain Castagnié, der Vorsitzende des Partnervereins in La Coquille. Eine Freude sei es, gemeinsam feiern zu können. Gemeinsam gearbeitet habe man, als im Frühjahr 2000 ein Sturm große Schäden in La Coquille angerichtet hatte und drei Romröder Waldarbeiter bei den Aufräumarbeiten behilflich waren. “Freundschaft ist wie ein Garten”, so Castagnié weiter. Ein Garten müsse bepflanzt, bewässert und gepflegt werden. “Daran zu arbeiten – das ist unsere gemeinsame Aufgabe!”

Und wir haben daran gearbeitet. Mittlerweile können wir auf über 30 Jahre gewachsene Freundschaft zwischen unseren Städten zurückschauen und auch private Freundschaften sind entstanden und werden gepflegt. Viele gegenseitige Besuche haben stattgefunden und schöne Feste wurden miteinander gefeiert.

Als Erinnerung an die 20jährige Städtepartnerschaft hängen im Bürgerhaus Romrod diese beiden Gastgeschenke aus La Coquille.

Aber auch schmerzhafte Punkte unserer gemeinsamen Vergangenheit haben wir zusammen angeschaut. So waren wir in der Gedenkstätte und Museum Trutzhain, nur ca. 20 km von Romrod entfernt. Dort war der ehemalige französische Staatspräsident Francois Mitterrand als junger Soldat, in deutscher Kriegsgefangenschaft. Ebenso gibt es in Frankreich, nicht sehr weit von La Coquille entfernt, die Gedenkstätte Oradour. Den gemeinsamen Besuch dort mit anschließender Kranzniederlegung, wird sicher keiner der Teilnehmer je vergessen.

Doch genau das ist es, was eine solche Verbindung wie unsere Partnerschaft ausmacht. Die persönliche Erfahrung, wie aus einer feindschaftlichen Vergangenheit, durch das Interesse aneinander und den Kontakt miteinander, das Verständnis füreinander und daraus Respekt und Freundschaft zueinander entstehen.

Wir, der Förderverein der Städtepartnerschaft Romrod-La Coquille, werden weiter daran arbeiten!

Eckdaten 30 Jahre Partnerschaft

 

Zurück zum Anfang