Vier Stunden: Über 75 „Blaulicht-Helfer“ im Einsatz beim Gasaustritt in der Neuen Straße in Romrod
Von Volker Schwenzfeier
Ein ungewöhnlicher und anspruchsvoller Einsatz beschäftigte am Dienstag die Feuerwehren der Stadt Romrod sowie weitere Kräfte aus dem Vogelsbergkreis. Nach einem erheblichen Gasaustritt aus einem Gastank auf einer Baustelle mussten Straßen rund um die Einsatzstelle gesperrt und ein betroffener Bereich vorsorglich evakuiert werden. Die Feuerwehren wurden mit dem Einsatzstichwort „H GAS 2“ alarmiert. Dieses Einsatzstichwort steht für eine größere Hilfeleistungslage im Zusammenhang mit austretendem Gas.
Nach Angaben vor Ort hatten Bauarbeiter versucht, einen Gastank zu öffnen. Sie waren davon ausgegangen, dass dieser bereits in der vergangenen Woche durch eine Fachfirma entleert worden war. Beim Öffnen bemerkten die Arbeiter jedoch ein deutliches Zischen und starken Gasgeruch. Daraufhin setzten sie umgehend den Notruf ab.
Beim Eintreffen der Feuerwehr bestätigte sich die geschilderte Lage. Nach einer ersten Erkundung wurden aufgrund der besonderen Gefahren weitere spezialisierte Kräfte zur Unterstützung angefordert. Neben den Feuerwehren der Stadt Romrod war die Feuerwehr Alsfeld im Einsatz. Die Feuerwehr Schotten unterstützte mit einem Erkundungsfahrzeug. Aus Herbstein wurde ein spezielles Pulverlöschgerät hinzugezogen, das vom Vogelsbergkreis dort für entsprechende Einsatzlagen stationiert ist.
Zwei Feuerwehrangehörige gingen unter Atemschutz in den Gefahrenbereich vor. Der Gastank konnte wieder verschlossen werden. Anschließend wurden Kontrollen durchgeführt, um die Dichtigkeit zu überprüfen und einen weiteren Gasaustritt auszuschließen.
Bereich vorsorglich evakuiert
Während der Einsatzmaßnahmen wurden die Straßen rund um die Einsatzstelle für den Verkehr gesperrt. Nach Abstimmung mit der Polizei wurde außerdem entschieden, den betroffenen Bereich vorsorglich zu evakuieren. Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger wurde im Bürgerhaus eine Unterkunft eingerichtet. Dort konnten sie sich während der laufenden Maßnahmen aufhalten.
Bürgermeister Hauke Schmehl verschaffte sich an der Einsatzstelle einen Überblick über die Situation und kümmerte sich anschließend um die betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Mitarbeitende der Stadt Romrod unterstützten ebenfalls und übernahmen unter anderem die Versorgung der evakuierten Menschen sowie der eingesetzten Kräfte.
Niemand wurde verletzt
Insgesamt waren rund 75 Kräfte und weitere Beteiligte in die Maßnahmen eingebunden. Neben den Feuerwehren waren das Deutsche Rote Kreuz mit einem Rettungswagen, zwei Streifen der Polizei, der stellvertretende Kreisbrandinspektor, Bürgermeister Hauke Schmehl sowie Mitarbeitende der Stadt Romrod vor Ort. Nach rund vier Stunden konnte der Einsatz beendet werden. Verletzt wurde niemand.
Einsatzleiter Volker Schwenzfeier sprach im Anschluss von einer nicht alltäglichen und entsprechend anspruchsvollen Lage für die Brandschützer aus der Schlossstadt „Dass wir einmal einen Bereich im Kern unserer Stadt evakuieren müssen, hätte ich so nicht erwartet. Umso zufriedener können wir nach diesem Einsatz sein. Es ist niemandem etwas passiert und wir konnten einen größeren Gasaustritt verhindern. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hat hervorragend funktioniert. Auch personell waren wir für einen Dienstagvormittag sehr gut aufgestellt“, erklärte Schwenzfeier.
Die Feuerwehren der Stadt Romrod bedanken sich bei allen unterstützenden Feuerwehren und Organisationen für die gute Zusammenarbeit, bei den eigenen Feuerwehrangehörigen für ihren Einsatz sowie bei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis während der Sperrungen und der Evakuierung.