Skip to content Skip to main navigation Skip to footer

Seit dem 22. Juni läuten die Romröder Glocken wieder

Von Rainer Gutberlet

Viele Romröder werden sich in den letzten Monaten gefragt haben: Warum sind zu den Gottesdiensten nur zwei Glocken zu hören (die Glocken 1 und 3) und warum läuten um 11 Uhr und 17 Uhr gar keine Glocken mehr?

Die Ursache war, daß die in die Jahre gekommenen Antriebsmaschinen – die seit der großen Kirchenrenovierung in 1967/68 installiert sind – in letzter Zeit sehr störanfällig geworden waren: zwei mal waren innerhalb 2 Jahren Antriebsketten gerissen, Teile des Steuermechanismus zur Drehrichtungsumkehr waren so verschlissen oder gar gebrochen, daß die kleinste Glocke nicht mehr geläutet werden konnte. Original-Ersatzteile waren nicht mehr zu beschaffen was letztlich zu einem Totalausfall der Glocke führte.

Tipp: Auf dem YouTube-Kanal von Rainer Gutberlet kannst du sehen, wie die Funktionsweise der Läutemaschine vor dem Umbau war: https://www.youtube.com/watch?v=YQPXYdAK21Y

Seit dem 22.Juni 2026 hat Romrod wieder ein vollständiges 4-stimmiges Geläut!

Da der elektrische Teil der Motore (der eigentliche Antrieb für die Glockenbewegung) noch einwandfrei in Ordnung war, brauchten nur die verschlissenen Teile durch moderne elektronische Steuerungen ersetzt zu werden – was zwar einen Umbau der Maschinen erforderte – aber erhebliche Kosten ersparte als wenn vier neue Maschinen hätten gekauft werden müssen. Diese neue Steuerung bewirkt nicht nur einen verschleißfreien Betrieb der Motoren, sondern auch einen schonenderen Anlauf der Glocke und auch ein schonenderes Bremsen nach dem Ausschalten. Es kommt nicht mehr zu den sog. „Prellschlägen“, die die Glocke beschädigen können, was außerdem auch noch einen „musikalischeren“ Eindruck beim Ein- und Ausschwingen der Glocke zur Folge hatte und somit nicht „abgewürgt“ klingt.

Alle Umbauarbeiten wurden ausgeführt von der Firma Höckel-Schneider aus Flörsheim, die auch die turnusmäßige Wartung der Läuteanlage übernommen hat.

Das Geläut erklingt nun wieder wie gewohnt in den Tönen f1 , g1 , b1 , d2. Da ein Geläut mit 4 Glocken insgesamt 15 verschiedene Permutationen ermöglicht, haben wir uns für das Läuten zum Gottesdienst für folgende Reihenfolge entschieden: Die große Glocke (f1) läutet ca. 45 Sekunden vor und dann erst erklingen die anderen drei Glocken in der Reihenfolge mit der kleinsten Glocke (d2) beginnend.

Für diese Läuteart hat kein geringeres Geläut „Pate“ gestanden, als das Geläut des Kölner Domes, dessen größte Glocke – die „Petersglocke“ (die von den Kölnern „der decke Pitter“ genannt wird) – auch erst eine Zeit lang vorläutet und danach erst die kleineren Glocken einsetzen und welches zu besonderen Anlässen geläutet wird.

Auch das tägliche Zeitläuten wurde geändert:

  • Um 11 Uhr läuten die Glocken 4 und 3 und um 17 Uhr die Glocken 3 und 2 für jeweils 5 Minuten lang, während in der Vergangenheit in beiden Fällen die Glocken 3 und 2 läuteten.
  • Beim Sonntags-Einläuten um 20 Uhr am Samstagabend läuten alle 4 Glocken. Die Geläute beginnen jeweils 1 Minute nach der vollen Stunde um den Uhrschlag noch abzuwarten.

Beim Vorläuten zum Gottesdienst (eine Stunde vor dem Gottesdienst) erklingen jetzt die Glocken 2 und 1. In der Vergangenheit wurden die Glocken 3 und 2 geläutet.

Tipp: Die Glockengeläute der Romröder Kirchen kannst Du hier anhören! Der Autor dieses Artikels, der Toningenieur Rainer Gutberlet aus Romrod, hat es sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Geläute der Kirchengemeinden im Vogelsberg auf CD festhalten!

Back to top