Skip to content Skip to main navigation Skip to footer

Feuerwehrverein und Stadt beschaffen innovatives Wechselfahrwerk für Staffellöschfahrzeug

Von Volker Schwenzfeier

Angesichts der mitunter milden Temperaturen in den vergangenen Tagen hat man bereits wieder vergessen, wie hart der Winter dieses Jahr war – Räumfahrzeuge kamen mit dem Freimachen der Straßen nicht hinterher, Müllautos konnten nicht fahren, an manchen Tagen kam nicht einmal mehr Post. Angesichts der zunehmend starken Wintereinbrüche in Deutschland und speziell in Romrod hat sich die Wehrführung der Feuerwehr Romrod intensiv mit der Frage befasst, wie der Brandschutz für die Schlossstadt auch bei extremen Witterungsbedingungen jederzeit verlässlich sichergestellt werden kann.

Schneeketten für Romröder Verhältnisse nicht geeignet

Während vielerorts bei Schnee und Eis auf herkömmliche Schneeketten für die Einsatzfahrzeuge zurückgegriffen wird, erwies sich dieses Vorgehen für den Romröder Wehrführer Manuel Gemmer als nicht mehr zeitgemäß. Da in unseren Breitengraden starke Schneefälle oft innerhalb von wenigen Tagen wieder abtauen, binde das ständige Aufziehen und Abmontieren der Ketten zu viel Zeit und Personal.

Um eine praktikablere Lösung für die Einsatzkräfte zu finden, nahmen Wehrführer Gemmer sowie die Stadtbrandinspektoren Björn Müller, Steffen Brassel und Volker Schwenzfeier kurzerhand Kontakt zum Hersteller des Romröder Staffellöschfahrzeugs auf. Das Unternehmen war auf diese Problematik bereits vorbereitet und präsentierte der Delegation aus der Schlossstadt eine technische Neuerung: ein sogenanntes Wechselfahrwerk. Der entscheidende Vorteil gegenüber einfachen Schneeketten liegt in der Vielseitigkeit. Die spezielle Bereifung bietet nicht nur auf Schnee, sondern auch auf extrem nassen und aufgeweichten Untergründen massiven Halt. Der Wechsel von der regulären Straßenbereifung auf das Spezialfahrwerk kann durch ein integriertes System direkt im Gerätehaus innerhalb von nur 60 Sekunden vollzogen werden.

100.000 Euro: Stadt und Förderverein finanzieren Wechselfahrwerk gemeinsam

Mit diesen Erkenntnissen kehrten die Feuerwehrleute nach Romrod zurück, woraufhin intensive Beratungen auf kommunaler Ebene folgten. Die Stadtbrandinspektoren informierten Bürgermeister Hauke Schmehl und den Magistrat, während sich die Wehrführung mit dem Feuerwehrausschuss und dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr abstimmte. Da sich die Beschaffungskosten für das System auf knapp 100.000 Euro belaufen, war klar, dass die Stadt diese Summe nicht ohne Weiteres allein finanzieren kann.

In einer rund dreistündigen Sitzung von Magistrat und dem Vorstand des Fördervereins konnte schließlich eine wegweisende Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger erarbeitet werden. Stadt und Förderverein werden diese als absolut notwendig eingestufte Ergänzung für das wichtigste Löschfahrzeug der Stadt gemeinschaftlich finanzieren. Der Förderverein wird hierzu sämtliche Einnahmen aus dem am 5. September stattfindenden Stadtfeuerwehrtag zweckgebunden in dieses Projekt einbringen.

Bürgermeister Hauke Schmehl und der Vereinsvorsitzende Reinhold Weitzel zeigten sich nach der Sitzung äußerst glücklich über dieses starke gemeinsame Vorhaben. Die Beschaffung ist so getaktet, dass das neue Fahrwerk der Bevölkerung bereits im Herbst zum Stadtfeuerwehrtag offiziell präsentiert werden kann. Um sich schon heute ein Bild von der neuen Technik machen zu können, hat der Fahrzeughersteller ein mittels künstlicher Intelligenz generiertes Vorschaubild zur Verfügung gestellt, das zeigt, wie das Einsatzfahrzeug künftig aussehen wird.

Zurück zum Anfang