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Stadt Romrod Vogelsbergkreis

Ober - Breidenbach

Mit 392 m ü. NN ist Ober Breidenbach der am höchsten gelegene Stadtteil Romrods und mit 324 Einwohnern und einer Gemarkungsgröße von 892 ha der drittgrößte. Der Ort (1266 Bredenbach, 1340 Breydenbach, 1397 Obirn Breydenbach) entsand im 10./11. Jahrhundert gegen Ende der ersten Rodungsperiode und lag ursprünglich im "Alten Dorf" im talgrund westlich des heutigen Standortes. Das alte Dorf seinerseits dürfte sich aus dem 812 belegten Fronerot entwickelt haben. Die Umsiedlung der Einwohner des alten Ober - Breidenbach aus dem versumpften Talgrund auf die trockene Höhe, auf der die zum Teil aus dem 12. Jahrhundert stammende Pfarrkirche (1424 belegt) lag, dürfte um diese Zeit geschehen sein.

Ober - Breidenbach war in früherer Zeit reines Bauerndorf. Bedingt durch dan Wandel in der Landwirtschaft bildet heute die landwirtschaftliche Tätigkeit nicht mehr das wirtschaftliche Fundament für die Mehrzahl der Dorfbewohner. Der Strukturwandel brachte eine Reduzierung der Vollbauernstellen zugunsten der Nebenerwerbslandwirtschaft mit sich und somit eine Verschiebung der Dorfstruktur. Heute wohnen in der Gemeinde mehr Arbeiterfamilien als familien, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Landwirtscahft bestreiten.

Werfen wir einen Blick in der Geschichte zurück, so stellen wir fest, daß das Dorf in der vergangenen Jahrhunderten mit nichts verschont wurde, was Menschen oder Krankheiten an Unglück über die Mitmenschen brachten. In diesem Zusammenhang wäre zu erwähnen, daßß in den Jahren 1887 bis 1889 eine große Anzahl von Kindern des Ortes an den Folgen von Diphtherie und des Keuchhustens starben.

Besonders gelitten hat Ober - Breidenbach im 2. Weltkrieg. Am 31. März des Jahres 1944, kurz nach Mitternacht, warfen feindliche Flieger Brandbomben über dem Dorf ab. In kürzester Zeit standen 13 Hofreiten und eine Feldscheune in hellen Flammen. Glücklicherweise kamen aber keine Menschen zu Schaden. Noch heute erzählen die älteren Einwohner voller Grauen von dieser Schreckensnacht.

Zum Schluß sei noch erwähnt, daß zur Förderung der Dorfgemeinschaft in den Jahren 1986/87 die ehemalige Schule zu einem modernen Dorfgemeinscahftshaus umgebaut wurde.