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Stadt Romrod Vogelsbergkreis

Schloss Romrod "Museum"

Im neuen Romröder Museum an der Alsfelder Straße unweit des historischen Schlosses, der „Kulturscheune“, werden nicht nur die Funde der archäologischen Grabungen im Schloss, sondern auch die Geschichte des Ortes Romrod und seiner historischen Persönlichkeiten umfassend präsentiert.

Im Ensemble mit Schloss Romrod bildet somit die ehemalige Synagoge mit der angrenzenden Kulturscheune ein neues Zentrum für kulturelle Veranstaltungen in Romrod und Umgebung. Vor rund 80 Besuchern, darunter unter anderem auch Landrat Rudolf Marx und Alsfels neuer Bürgermeister Ralf Becker– musikalisch ansprechend untermalt von Lautenklängen des Schlitzer Barden „Michael“ –, freute sich Prof. Dr. Gottfried Kiesow, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), in seiner Festansprache über das gelungene Werk. Man habe es, so sagte der 76-Jährige unter Anspielung auf das zuvor gesungene Lied des Barden, mit einer erfüllten Liebe zwischen der Stadt Romrod und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ zu tun. Die Stiftung habe gemeinsam mit der jetzigen Bürgermeisterin und zuvor bereits mit Bürgermeister Rudi Marek an dem nun vollendeten Werk gearbeitet. Mit humorigen Worten skizzierte Kiesow den Werdegang des Museums. Zukunftsgerichtet machte Kiesow auch keinen Hehl aus seinem Wunsch, dass die Bettenzahl im Schlosshotel „noch wesentlich erweitert wird“. All denen, die „dieses großartige Werk vollbrachten“, gelte es zu danken.

Kiesow nannte an erster Stelle Dr. Waltraud Friedrich, denn was hier vorliege, sei schließlich das Ergebnis der Grabungen. „Damit hat sie ja die Grundlage für das heutige Museum gegeben.“ Kiesow äußerte sich außerdem erfreut über die Einstellung der Hessischen Landesregierung, Projekte des Denkmalschutzes betreffend. Hinsichtlich der von der Stadt Romrod erworbenen und jetzt „in der Nachbarschaft zu uns“ zum Museum umgestalteten Scheune dankte Kiesow den Architekten Herbod Gans und Jochen Weppler. Dankesworte galten auch Architekt und Ausstellungsplaner Bernd Jansen für Ausführung der Innenarchitektur und Frau Dr. Pauli für Erstellung des Ausstellungskonzepts. Besonders würdigte er das Engagement des Heimat- und Kulturvereins Romrod. Dieser sei bereit, mit der Stiftung gemeinsam das Museum zu betreiben: „Wir können zum Glück etwas finanziell dabei unterstützen.“ Diese sichere Zusage habe er, Kiesow, den vielen Spenden anlässlich seines 75. Geburtstags zu verdanken.

Weitere Grußworte sprach Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. In seiner Ansprache bezeichnete er das Romröder Museum als „Paradeobjekt“ und einen, auch im Verbund mit der für das Leben der hiesigen Landjuden typischen Romröder Synagoge, kulturellhistorischen „Kristallisationspunkt“. Romrods Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg nannte das fertiggestellte Schlossmuseum das „Sahnehäubchen“. Mit seinen sehenswerten Exponaten lade das Museum „zum Staunen“ ein. Dank gelte Romrods Ehrenbürgermeister Rudi Marek für die Initiierung des Vorhabens. Das Schlossmuseum „am kleinen Museumsufer“ sei, so Richtberg, ein „kleines Leuchtturmprojekt“ für die Stadt. Herzblut für die Belange der Museen verströmte dann Dr. Dieter Wolf vom Hessischen Museumsverband.

In Romrod werde der Alltag einer Burg vor mehr als 800 Jahren dokumentiert. Man könne jetzt von zwei Museumsufern sprechen: „das am Main und das in Romrod.“ Jochen Dietz, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins der Stadt Romrod, reihte sich ebenfalls mit Grußworten ein. Auch im Romröder Museum gehe es vor allem um das „Hüten des Feuers“. Den Reigen der Festredner beschloss Prof. Dr. Elmar Altwasser vom Freien Institut für Bauforschung und Dokumentation (IBD) der Universität Marburg. Altwasser resümierte die Vorgeschichte des Ausstellungskonzepts mit dem Beginn der Baustelle „Scheune“ vor drei Jahren. Die zu Tage beförderten Grabungsbefunde hätten in aufwändiger Sequenz bewertet werden müssen. Er sprach auch den „Gag des Liftens dieses Hauses“ an. Dessen Erdgeschoss sei von der Gesamtgeschichte umgeben. Hier in Romrod liege jetzt „eine kostbare Ikone aus dem 12. Jahrhundert“ vor. Altwasser würdigte auch die Einzelgestaltung der Ebenen im Museum. So liege im Erdgeschoss vor allem die bildliche Darstellung der waldlichen Ebene des ehemaligen Jagdschlosses aus dem 16. und 17. Jahrhundert vor. Im Anschluss an das Einweihungszeremoniell war den Gästen Gelegenheit gegeben, bei einem Rundgang und Empfang das neue Romröder Museum kennen zu lernen.

Öffnungszeiten:
Schlossmuseum und ehemalige Synagoge (Kulturhaus)
Dienstag: 10.00 - 12.00 Uhr
Samstag: 15.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 14.00 - 16.00 Uhr
Einlass bis eine halbe Stunde vor Schließung

Reisegruppen und Schulklassen:
Sonderöffnung nach Voranmeldung möglich

Eintrittspreise:
Schlossmuseum und Kulturhaus (ehem. Synagoge)
Erwachsene 2,00 €
Behinderte, Schüler und Studenten (Ausweis) 1,00 €
Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt.