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Stadt Romrod Vogelsbergkreis

04.07.2019

Abschied und Danke für 50 Jahre Bank-Service in Romrod

Fast genau 50 Jahre waren die Mitarbeiterinnen der VR-Bank Hessenland, Frau Klein und Frau Becker gemeinsam in Romrod tätig. Sie waren Gesicht und Herz der Filiale, immer freundlich und bereit allen Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Es war beeindruckend zu sehen, dass die Kette, derer, die Abschied nehmen wollten, gar nicht abriss. Es gab Geschenke, Dankesworte, Blumen und auch die ein oder andere Träne des Wehmuts. Auch Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg bedankte sich mit einem Blumenstrauß  im Namen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Romrod für die langjährige Treue und Unterstützung der Damen vor Ort. Sie waren bei vielen freudigen Ereignissen und Sternstunden der Stadt, um ihre Bank zu vertreten und immer ein Teil der Gemeinschaft in Romrod. Im Namen der Gewerbetreibenden war auch die Firma Becker vor Ort, um Dank und Anerkennung auszusprechen. Insbesondere Wilhelm Becker senior betonte seine persönliche Verbundenheit und lud beide Damen auch für die Zukunft zu einem alljährlichen Weihnachtsessen ein.

Am vergangenen Freitag war nun der Letzte – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur der letzte Tag des Monats, sondern eben auch der letzte Tag in Romrod für die beiden Mitarbeiterinnen. Es war leider auch der letzte Tag mit festen Öffnungszeiten und vollem Service in der Filiale der VR Bank in Romrod. Das bedauern viele. Alle, die eben mit dem Automaten nicht dieselbe Sprache sprechen und froh waren, noch Menschen zum Ansprechen zu haben. Viele Geschäftsleute, die ihre Einnahmen in der Filiale sicher einzahlen konnten und nicht zuletzt die Stadt Romrod, die diesen Service vor Ort auch gerne nutzte. Es ist schade, dass die kleine Genossenschaft, die im Gedanken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gewachsen war und in einer größeren Genossenschaft verschwand, nun keine Stimme mehr hat. Sie ist untergegangen in dem Zwang als größere Genossenschaftsbank ein prosperierendes Unternehmen zu sein – natürlich im Interesse der Mitglieder. Aber eigentlich war es ursprünglich einmal der Gedanke „Hilfe zur Selbsthilfe“, der die Genossenschaften entstehen ließ. Es bleibt die Frage offen, was von diesem Gedanken bleibt. Die Bedürfnisse vor Ort zählen nicht mehr, weil die Zahlen nicht mehr stimmen? Vielleicht ist es Zeit, die Genossenschaften vor Ort neu zu erfinden: „Wenn uns sonst keiner hilft, dann helfen wir uns selbst.“