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Stadt Romrod Vogelsbergkreis

07.06.2019

5 Mal rund um Romrod

Auftaktveranstaltung im Rahmen der Erstellung eines SILEK (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept mit thematischem Schwerpunkt)

Am Mittwoch, den 5. Juni 2019 fand im Bürgerhaus in Romrod der offizielle Startschuss für die Erarbeitung des SILEKs statt. Zu dieser öffentlichen Auftaktveranstaltung hatten Bürgermeisterin Birgit Richtberg und das Institut für ländliche Strukturforschung (IfLS), das die Erstellung und den Prozess begleitet, eingeladen. Zu Beginn übergab Hanfried Böttner vom Amt für Bodenmanagement Fulda feierlich den Bewilligungsbescheid an die Gemeinde. Der Prozess wird vom Land Hessen zu  75% gefördert. Wichtige Anliegen der Gemeinde für Infrastruktur,  Natur- und Gewässerschutz sowie für die Nutzung als Freizeit- und Erholungsraum sollen gemeinsam erarbeitet  und neue Finanzierungswege  eröffnen.

Im Vordergrund des Abends standen die sogenannten Ortsteil-Tische. An diesen diskutieren rund 40 Bürgerinnen und Bürger über die schönen aber auch verbesserungswürdigen Bereiche des Bereichs außerhalb der Bebauung der fünf Ortsteile Romrod, Zell, Ober- und Nieder-Breidenbach sowie Strebendorf. Dieser Bereich wird auch Außenbereich genannt. Zum Teil wurden bereits Ideen entwickelt, wie Potenziale genutzt oder auch schwierige Bereiche verbessert werden können.

Es wurden sowohl Besonderheiten der Ortsteile als auch verbindende Aspekte herausgearbeitet. Ein wichtiges Thema, dass in allen Ortsteilen geäußert wurde, war die aktuelle Situation der Radwege, insbesondere fehlender verkehrssicherer Geh- und Radwege zwischen den Ortsteilen. Darüber hinaus waren auch die Auswirkungen des Klimawandels mit Starkregenereignissen und den damit einhergehenden Hochwassern ein Thema. Um die Auswirkungen solcher Ereignisse abzumildern, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. Überflutungsflächen (auch: Retentionsfläche) vorzuhalten.

In Zell wurden beispielsweise verschiedene besonders attraktive Orte, wie das Jägertal, der Lindendamm oder auch die Waldrandwege benannt. Diese Orte haben für die Naherholung der Bevölkerung ein besonderes Potenzial, das aber durch verschiedene Maßnahmen aktiviert werden müsste.

Nieder-Breidenbach bietet mit der Bornhecke und dem Naturschutzgebiet sowohl Erholung für die Bevölkerung als auch einen Lebensraum für Tiere. Verbindende Feldgehölze und Streuobstwiesen werden jedoch kaum gepflegt, so dass sich Ihr Nutzen für die verschiedenen Arten nicht voll entfalten kann. Schließlich sind die bewirtschaften Felder mit 1-2 ha nicht groß genug, um wirtschaftlich bewirtschaftet zu werden. Hier sollen Möglichkeiten sowohl für die Landwirte, den Naturschutz und nach Möglichkeit für den Hochwasserschutz gefunden werden.

Als besonderes Thema ist in Ober-Breidenbach die Reaktivierung des Ober-Breidenbacher Sees für den Hochwasserschutz genannt worden. Ebenso verlandet der Ofenbachsteich immer weiter, so dass die Nutzung  immer weiter eingeschränkt wird.

Durch seine besondere Lage wirkt Strebendorf  wie ein Tor zum Vogelsberg. Das könnte stärker genutzt werden und die bestehenden Angebote ausgebaut werden. Dies betrifft verschiedene Überlegungen zu den bestehenden Wander- und Radwegen aber auch die Reaktivierung des alten Festplatzes.

In den folgenden Monaten sollen die oben genannten Themen und Ideen weiter ausgearbeitet und schließlich in ein Umsetzungskonzept münden. Damit die Ideen nicht nur am „Reißbrett“ entwickelt werden, ist die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger wichtig.

Die nächste Möglichkeit zur Beteiligung ist am 27. Juni 2019. An diesem Tag finden von 19 bis 22:00 Uhr die Gründung der Arbeitsgruppen und eine erste gemeinsame Arbeitssitzung statt. Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppen werden voraussichtlich Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz sowie Naherholung und Freizeitgestaltung sein. Die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist weiterhin für einen erfolgreichen Erarbeitungsprozess wichtig. Jede Bevölkerungsgruppe sollte an dem SILEK mitarbeiten.

Der Fokus des SILEK liegt insbesondere im Außenbereich der Gemeinde Romrod – also alles, was außerhalb der bebauten Ortsteile liegt. Dieser Bereich ist sowohl Wirtschaftsraum für z. B. die Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln, aber auch Rückzugsraum für die Natur und nicht zuletzt Erholungsraum für die Bevölkerung. Diese unterschiedlichen Nutzungen, Funktionen und Ansprüche verursachen naturgemäß Konflikte. Das Entwicklungskonzept leistet daher auch ein Beitrag zur Lösung von solchen Interessen- und Nutzungskonflikten, da konkrete Projektvorschläge für die nächsten Jahre erarbeitet werden. Hierbei stehen die drei Themenfelder Freizeit, Naherholung und Kultur – Landwirtschaft und Agrarstruktur – Landschafts- und Gewässerentwicklung, Hochwasserschutz im Fokus. Um genau für diese und weitere Themen gemeinsam und Nutzernah Lösungen für die nächsten Jahre zu entwickeln, wird das SILEK mit Unterstützung des IfLS entwickelt.