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La Coquille

Diese reizende und friedliche kleine Gemeinde mit 1600 Seelen liegt im Norden der Dordogne, 50 km südlich von Limoges und 50 km nördlich von Périgueux, der Hauptstadt des Départements. Wir sind eingebettet in den regionalen Naturpark Périgord-Limousin. Das Périgord, das genau das Département Dordogne umfasst, ist in vier Gebiete unterteilt: das schwarze Périgord (Region von Salat), so genannt nach der dunklen Farbe des dort häufig wachsenden Wacholderstrauches; das weiße Périgord (Region von Brantôme), wegen der weißen Farbe des Kalksteins; das rote Périgord (Region von Bergerac), wegen der Farbe des Weins und das grüne Périgord (Region von Nontron), wegen seiner grünen Vegetation.

La Coquille liegt am Nordrand des grünen Périgord, auf einer Höhe von 350 Metern. Diese Region wird im Frühjahr und Herbst gut beregnet. Das Klima ist gemäßigt und die Existenz vieler Naturschätze (Wasser, Holz, Eisen) hat die Entwicklung unterschiedlicher landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher und industrieller Aktivitäten erlaubt. Im Sommer überschreiten die Temperaturen nur manchmal 30 Grad im Schatten und im Winter fällt das Thermometer nur manchmal bis -10 Grad. Dieses Dorf liegt in  einer ländlichen Gegend  zwischen Hügeln und Tälern, die von einigen Bergen in der Ferne überragt werden (Massif Central).

Die Fauna umfasst eine große Vielfalt von Arten: Die großen Säugetiere (Wildschwein, Reh, Hirsch) sind besonders häufig vertreten. Andere häufige Säugetiere sind Otter, Nerz, Ginsterkatze und Fledermaus. Viele andere Tierarten, wie Insekten Amphibien und Reptilien, sind auch vertreten, sogar der Ziesel und der sehr gefährdete Dohlenkrebs. Die Vögel profitieren von der günstigen ökologischen Lage. Die Region liegt auf einer wichtigen Vogelzugroute. Die ornithologischen Verzeichnisse von Aquitanien und Limousin zählen mindestens einhundertzehn nestbauende Vogelarten, darunter mehrere seltene oder bedrohte Arten (Rohrweihe, Tauchwasseramsel, Purpurreiher, Ginsterralle), was die Qualität des Lebensraumes bezeugt.

Der Charakter unserer hügeligen Landschaft hängt vor allem von der Mischung aus Wald, Weideland und Feldern ab. Die Einzigartigkeit liegt in der ausgeprägten Verschachtelung von Bäumen, Hecken, Wäldern und Wasser mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und bebauten Flächen. Es handelt sich meistens um Niederwälder, in denen die Kastanie eine vorherrschende Stellung einnimmt. Den größten Teil nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche ein. Die traditionelle und extensive Nutzung bringt Produkte hervor, die für ihre Qualität berühmt sind (Rindfleisch von Limousinkühen, Kalb- und Lammfleisch). Es bleibt aber genug Raum für Weideland und Brachland mit Gräsern und Kräutern. Wasser ist allgegenwärtig. So durchquert ein  kleiner  Fluss unsere Gemeinde:  der Valouze.  Unsere Region  hat es  geschafft, ihre Echtheit und ihren traditionellen Charakter zu bewahren. Oft hört man noch das  „patois“, ein lebendiges Überbleibsel einer provenzalischen Sprache. Ich gebrauche diese Sprache auch noch gern.

La Coquille ist die Pforte zum Midi (Südfrankreich), am nördlichen Rand von   Aquitanien, am Übergang zum Limousin. Unsere Gemeinde wird von der Nationalstraße 21, die von Limoges bis nach Spanien führt und von der Eisenbahn- linie  Limoges-Périgeux-Bordeaux  durchquert. Wir haben einen kleinen Bahnhof, wo 5 Züge am Tag halten.

La Coquille verdankt seinen Namen den Wallfahrten nach Santiago de Compostella. Tatsächlich machten hier im Mittelalter viele Pilger auf dem Weg zum heiligen Jakob nach Spanien Halt. Die Legende sagt sogar, dass es in dieser kleinen Gemeinde war - damals noch Sainte Marie genannt (ein Gebiet am Rande der Stadt heißt heute immer noch so) - wo die Pilger, auf der Rückkehr, die an den Spitzen ihrer Pilgerstäbe befestigten Muscheln schmückten (les coquilles Saint-Jacques - Jakobsmuscheln). Die Muscheln dienten dazu, Wasser aus den Brunnen zu schöpfen. Man kann sich  vorstellen, dass mit einem schlechten Gleichgewichtssinn ausgestattete Pilger leicht den festen Stand verlieren konnten und beim Versuch den großen Durst zu löschen in den tiefen Brunnen umkommen konnten. So half ihnen die Muschel am Ende des  Pilgerstabes, das Wasser zu erreichen ohne die Gefahr eingehen zu müssen, in der Quelle zu  versinken.

Eine andere Legende besagt, dass der Name auf eine Bande von Wegelagerern zurückzuführen ist, die sich untereinander „coquillards“ nannten. Diese Schurken kamen zu den Zeiten der Wallfahrten von den großen Verbindungs-straßen in diese Gegend des Périgord, um die Pilger auszuplündern. Ich muss zugeben, dass mir die erste Legende besser gefällt.

Zum Original: http://zebulon1er.free.fr/bienvenu1.htm